Traumhunde-MV
  Beschwichtigung
 

Calming Signals - Beschwichtigungssignale

Die Lebensversicherung unserer Hunde                                                        

Die Norwegerin Turid Rugaas beobachtete und erforschte viele Jahre die Beschwichtigungssignale der Hunde und machte sie durch Ihre Bücher und Videos weltweit publik.

Beschwichtigungssignale sind Signale, die verhindern sollen, dass Konflikte auftreten

Sie unterbrechen Aggression, Stress, Angst und unerfreuliche Dinge aller Art, oder lassen diese gar nicht erst aufkommen.

Unsere Hunde senden immer dann solche Signale aus, wenn sie etwas beunruhigt und sie Konflikte entschärfen wollen , sowohl um sich selbst , als auch den Gegenüber zu besänftigen .

Diese Signale werden im Umgang mit den Artgenossen genauso angewandt , wie im Umgang mit uns Menschen , nur wir Menschen antworten nicht darauf.

Lernen wir diese Signale zu beachten und zu beantworten, können wir das Zusammenleben mit unseren Hunde sehr verbessern. Erkennen wir die Signale erfahren wir viel über die augenblickliche Gefühlsregung des Hundes, aber auch wir Menschen können einige dieser Signale anwenden, um mit dem Hund zu kommunizieren.

Oft werden diese Calming Signals unserer Hunde missverstanden , sie werden dann als ungehorsam , aufmüpfig oder dominant bezeichnet. Hunde werden bestraft, wenn sie ein Kommando nicht augenblicklich ausführen, lernen wir unsere Hunde zu "lesen, erkennen wir in solchen Momenten Beschwichtigungssignale. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, erscheint so mancher Ungehorsam uns gegenüber, eher als Respektbekundung, der Hund möchte Konflikte vermeiden uns zeigt uns dies deutlich.

Hunde die diese Signale nicht mehr akzeptieren oder selber nicht mehr ausführen , haben durch den Menschen gelernt , dass es sich nicht lohnt diese Signale selber auszuführen , da ja eh keine Antwort darauf kommt , und sie nur bestraft werden wenn sie diese Signale aussenden .

Es wurden inzwischen ungefähr 30 Beschwichtigungssignale identifiziert, wie z.B.:

- Den Kopf abwenden, wegschauen
(z.B. bei Begegnungen mit Artgenossen oder bei enger Nähe mit Menschen)

 

 - Blick verkürzen - Blinzeln

 - Bewegungen verlangsamen
(oft zu sehen, der Hund wird streng gerufen und kommt sehr langsam auf seinen Besitzer zu)

- sich abwenden
(der Hund dreht bei der Begrüssung von den Menschen oder fremder Artgenossen den Rücken zu )

- Hinsetzen/Hinlegen
(z.B. bei zu wildem Spiel unterbricht ein Hund das Toben durch ruhiges hinsetzen oder hinlegen, oft in Kombination mit dem abwenden)

- Gähnen
(eins der am häufigsten verwendeten Signale. Oft ein Zeichen für Überforderung und Stress im Training, besonders wenn es übergroß gezeigt wird.)

- die Nase lecken, züngeln
( sieht man oft in angespannten Situationen, Z.B. schnell und fontal auf den Hund zugehen, Umarmungen, stürmische Artgenossen)

- Tiefstellung des Vorderkörpers
(nicht nur eine Aufforderung zum Spiel, sondern auch Zeichen von Stress und Überforderung. Hunden zeigen es oft gegenüber Kühnen und Pferden, wenn sie nicht wissen wie sie diesen begegnen sollen)

- am Boden schnüffel
(sieht man häufig bei angespannten Begegnungen zwischen Artgenossen. Schaut man genau hin, kann man es gut vom normalen Schnüffeln unterscheiden. Der Hund hat zwar die Nase am Boden, sein Blick und seine Aufmerksamkeit richtigen sich aber auf sein Gegenüber)

- Bögen gehen, Schlangenlinien gehen
(Hunde, die sich nicht kennen, gehen nie schurgerade aufeinander zu. Das sollten wir beachten, wenn wir mit dem angeleinten Hund auf Artgenossen treffen, oft genügt ein kleiner Bogen und die Hunde sind entspannt. Auch wir Menschen sollten es vermeiden frontal auf Hunde zu zugehen. 

- Pfote heben
( der Hund winkelt eine Vorderpfote an, oft bei Erstbegegnungen zwischen Hunden zu sehen)

- Umorientiertes Verhalten ("Übersprungshandlungen")
(Wenn der Hund plötzlich beginnt es mit etwas anderem intensiv zu beschäftigen, wie auf eimen Stock kauen )

 - Erstarren, Einfrieren 
( oft bei beginnender oder gezeigter Aggression des Gegenübers)

- Splitten
(sich dazwischen stellen, z.B. zwei Streithähne trennen)

Jeder Hund beschwichtigt anders, es können mehrere Signale zusammen oder nacheinander gezeigt werden.

Natürlich muss man die Beschwichtigungssignale immer im Kontext sehen und sich die Situation genau betrachten. Der Hund gähnt weil er müde ist oder schnüffelt intensiv an einer tollen Stelle, dies hat nichts mit beschwichtigen zu tun. Treten diese Signale jedoch z.B. im Training oder bei Begegnungen mit Menschen oder Artgenossen auf, lohnt es sich diese genauer zu betrachten und die Situation entsprechend zu verändern.

 

 
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